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HANDFEST am Samstag, 18. August von 09.00 - 17.00 h

Jahr für Jahr findet das Bülacher Handfest statt, unterdessen nun also zum achzehnten Mal, und Jahr für Jahr melden wir uns hier mit einigen Gedanken zu diesem Anlass und seinem Platz, den er in unserer Welt für sich beansprucht. Dabei greifen wir jeweils ein gerade aktuelles Thema auf und haben bis jetzt jedsmal gefunden, dass unsere Vorstellung von traditionellem Handwerk aus jeder dieser Perspektiven Bestand hat.

Nun hat seit einiger Zeit der Begriff der «Fake News» Konjunktur und in einigen Kommentaren äussern namhafte Publizisten bereits die Befürchtung, dass wir einer Zeit entgegengehen, in der kaum mehr zwischen wahr und falsch unterschieden werden könne. Gewiss ist hier weder die Zeit noch genügend Raum, dies erschöpfend zu diskutieren, aber ein Gedanke drängt sich im Zusammenhang mit dem Handfest eben doch auf: Der Nährboden für Fake News ist die digitale Welt – etwas salopp gesagt: das Internet – denn da kann tatsächlich jeder behaupten und verbreiten, was er gerade will. Wenn wir uns aber vom Bildschirm weg und in die Welt des traditionellen Handwerks begeben, dann übernehmen unsere Sinne wieder die Kontrolle, dann geht es ums Sehen, Hören, Fühlen, Riechen – kurz: ums Erleben.

Wer an den Ständen des Handfests Späne fliegen sieht, Stoff oder Leder in die Hand nimmt oder selbst seinmal an der Seilermaschine kurbelt, für den stellt sich die Frage nicht, ob das nun echt oder «fake» sei, und daraus folgt schnell die erleichterte Einsicht, dass es jenseits der Fake News eine ganze, grosse, sinnliche und auf jahrhundertealten Traditionen ruhende Welt gibt, in der alles echt ist.

Und dass diese Welt heute noch existiert, und zwar nicht nur als verstaubtes Museum, das wollen wir auch unseren Kindern zeigen. Sie brauchen sich dazu keine theoretischen Überlegungen zu machen, wir freuen uns mit ihnen, wenn sie Pinsel, Schere, Sackmesser und Leim zur Hand nehmen und ein Erlebnis mit nach Hause tragen, das nicht nur virtuell ist!